2inJoy begeistern in Werdorf (Heike Pöllmitz)

Soul und Popjazz standen am Sonntagabend im Werdorfer Schlosskeller im Fokus, wo das heimische Duo „2inJoy“ mit echter Klasse überzeugte. Der Verein für Heimatgeschichte hatte eingeladen, der in seinem breit gefächerten Angebot von der Schlossführung über eine Vortragsreihe, Sonderausstellungen und einer gut frequentierten Spinnstube, bis hin zu tollen Festen wie der Whiskynacht, für jeden Geschmack etwas bietet. Ab und an auch mal „etwas Anderes“, wie eben ein solches Konzert, das in dem urigen Gewölbekeller eine ungewöhnliche, aber sehr passende Umgebung fand. Gemütlich und mit erstaunlicher Akustik präsentierte sich das Gemäuer als atmosphärischer Raum, in dem den Fans hervorragender Gitarrenmusik, gepaart mit eindrucksvollem Gesang, das Herz aufging – schon zur Pause gab es stehenden Applaus. Fingerstyle-Gitarrist Michael Diehl, der hier bereits im vergangenen Jahr mit seinen Bassgrooves, Akkorden und perkussiven Elementen begeisterte, hatte dieses Mal seine Partnerin Florezelle Amend mit gebracht, mit der er seit 2005 „on Tour“ ist. Längst haben sich die beiden auch international einen guten Ruf erarbeitet und erzählten zwischendurch von ihren Vorbildern, interessanten Projekten und ihrer Entwicklung zu einem sehr harmonischen Klangkörper, dessen Musik unter die Haut geht. „Anfangs hatten wir so um die elf Songs und heute schaffen wir locker ein dreistündiges Programm“ erzählte der studierte Musikus. Sie kam 2004 aus einem klassischen Chor und suchte einen Partner. Die beiden haben sich gesucht und gefunden, auch wenn ihr das Jazzige anfangs etwas schwer fiel. Heute fliegen ihrer tiefen, souligen Stimme die Herzen nur so zu und die Philippinin ist Meisterin ihres Fachs. „Wir sind beide Kinder der 1970-er Jahre und mit der Musik der 80-er aufgewachsen“, so der Gitarrist zu den Hintergründen und begann zusammen mit seiner „besseren Hälfte und Inspiration“ mit dem „Caravan of love“ von Marvin und Ernie Isley, den die „Housemartins“ groß herausbrachten. Schnell wurde spürbar, dass hier ein „perfect match“ besteht, die beiden Künstler sich blind verstehen und Stimmen und Instrument eins werden. Es folgten Stücke wie „Learning how to fly“ von Tuck and Patti, Cyrille Aimées „Good morning Cowboy“, Anni Lennox „Sweat Dreams“, Freddy Mercurys „Love of my life“, Marvin Gays „I heard it through the Grapevine“ oder „Love is the key“. „Wir haben keinen Plan und spielen, was uns gerade in den Sinn kommt“, gestand Florezelle und gerade das macht den Charme der beiden Vollblutmusiker aus. Am Ende des emotional-musikalischen Abends waren sich alle einig: „Das muss unbedingt wiederholt werden!“

Beitragsbild: Heike Pöllmitz

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